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Akkus ermöglichen emissionsfreie Zugfahrten auf Strecken ohne Oberleitung

Akkus ermöglichen emissionsfreie Zugfahrten auf Strecken ohne Oberleitung

Reisen mit der Bahn gelten allgemein als besonders umweltfreundlich. Das ist auch nicht falsch. Tatsächlich könnte die Deutsche Bahn aber vor allem in Sachen Klimaschutz eine noch deutlich bessere Bilanz erreichen. Denn während die Züge in den Niederlanden ausschließlich mit Windstrom versorgt werden, kommt in Deutschland noch immer auch Kohlestrom zum Einsatz. Außerdem ist das Streckennetz hierzulande noch nicht vollständig elektrifiziert. Auf den Strecken ohne Oberleitung fahren daher in der Regel Dieselloks. Pläne für eine weitergehende Elektrifizierung gibt es zwar schon seit langem. In der Praxis schreitet der Ausbau aber nur sehr langsam voran. Inzwischen rücken daher andere technische Lösungen stärker in den Fokus. So wird in Niedersachsen bereits ein Regionalzug mit Brennstoffzelle getestet. In Schleswig-Holstein wiederum kommen zukünftig Züge mit eingebautem Akku zum Einsatz. Diese sollen in größeren Bahnhöfen geladen werden und dann auf den nicht elektrifizierten Streckenabschnitten für den nötigen Antrieb sorgen.

Bild: Nordbahn

Von Flensburg nach Kiel geht es bald ohne Diesellok

Den Angaben des Herstellers zufolge reicht ein voll geladener Akku für rund achtzig Kilometer Fahrt. Dies würde ausreichen, um die nicht elektrifizierten Strecken sicher abzudecken. Verantwortlich für den Einsatz ist allerdings nicht die Deutsche Bahn. Denn die internationale Ausschreibung des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein hat das Unternehmen Nordbahn gewonnen. Dabei handelt es sich um einen teilweise privaten Wettbewerber, der auch heute schon in der Region unterwegs ist. Zukünftig sollen die Akkuzüge sowohl auf der Nord-Süd- als auch auf der Ost-West-Route zum Einsatz kommen. Dadurch wird es zukünftig unter anderem möglich sein, emissionsfrei von Flensburg nach Kiel zu fahren. Ersten Berechnungen zufolge könnten durch den Verzicht auf die Dieselloks pro Jahr rund zehn Millionen Liter Diesel eingespart werden. Dies entspricht in etwa 26.000 Tonnen an CO2-Emissionen. Bis zum Jahr 2030 soll es auf diese Weise gelingen, den Bahnverkehr im nördlichsten deutschen Bundesland vollkommen klimaneutral abzuwickeln.

Potenzielle Nachahmer beobachten das Projekt mit Interesse

Die Nordbahn punktete bei der Ausschreibung aber nicht alleine mit dem Thema Klimaschutz. Vielmehr wurde auch ein erhöhter Komfort für die Fahrgäste versprochen. So soll es unter anderem mehr Beinfreiheit und bequemere Sitze geben. Andere Bundesländer dürften das Projekt mit Interesse verfolgen. Denn mit der Ausschreibung speziell für Akkuzüge hat das Land Neuland betreten. Tatsächlich wurde die Ausschreibung auch bereits im Jahr 2016 gestartet. Dass erst jetzt die entsprechenden Verträge unterzeichnet werden konnten, zeigt, dass hier sowohl auf technologischer als auch auf rechtlicher Seite einige Fallstricke zu beachten waren. Jetzt aber sind sich die beteiligten Partner sicher, die Idee realisieren zu können. Rund vierzig Prozent des Streckennetzes in Schleswig-Holstein müssten somit zunächst nicht mehr elektrifiziert werden. Erweist sich der Einsatz der Akkuzüge als Erfolg, könnten weitere Bundesländer dem Beispiel folgen und ebenfalls nicht elektrifizierte Strecken entsprechend ausschreiben.

Via: NAH

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Reference-www.trendsderzukunft.de

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