So hilft die ISS beim Wassersparen in der Landwirtschaft

Die Wasserknappheit macht der Landwirtschaft auf der ganzen Welt zu schaffen. Das trifft auch in Europa vor. Und gerade in der Landwirtschaft wird sehr viel Wasser verbraucht – und verschwendet. 70 Prozent des weltweit zugänglichen Süßwassers werden von der Landwirtschaft verbraucht, viel Wasser wird verschwendet. Erdwärmedaten der ISS sollen nun helfen, in der Landwirtschaft Wasser zu sparen.

Bild: ConstellR77

 

Daten aus dem All ermöglichen genaue Analyse

Mehr als die Hälfte, genauer gesagt etwa 60 Prozent, des in der Landwirtschaft verbrauchten Wassers wird nach Daten des World Wildlife Fund (WWF) verschwendet. Grund sind unter anderem undichte Bewässerungssysteme, ineffiziente Anwendungsmethode sowie Pflanzen, die aufgrund des Anbaus in der falschen Umgebung zu viel Wasser verbrauchen.

Forscher:innen aus Baden-Württemberg und Thüringen wollen die Landwirtschaft nun mit Daten zur Erdwärme ein wenig revolutionieren. Dafür haben sie ein Teleskop entwickelt, mit dessen Hilfe im Weltall Daten zum Wasserbedarf auf der Erde erhoben werden kann. Dabei kommt ein spezielles Spiegelteleskop mit einer Thermalinkinfrarotkamera zum Einsatz. Die Daten werden dann von einem Miniaturcomputer verarbeitet. Die Technologie soll zukünftig in Satelliten eingebaut werden. Die so gewonnen Daten können dabei helfen, den Wasserbedarf besser abzuschätzen und weniger Wasser zu verschwenden.

Erste Tests auf der ISS

Ein Prototyp des Messinstruments wird derzeit auf der internationalen Raumstation ISS getestet. Die Bilder, die aufgenommen werden, seien scharf und ermöglichen eine genaue Datenerhebung, so eine Sprecherin der Freiburger Firma Constellr. Mit ersten Pilotversuchen auf Grundlage dieser Daten sollen noch in diesem Jahr starten.

Neu ist die Idee satellitengestützter Beobachtung für die Analyse von Ackerbnöden nicht. Allerdings soll das neue Instrument detailliertere und in kürzeren Abständen erhobenen Daten ermöglichen. Das New-Space-Unternehmen Constellr hat erst kürzlich das belgische Startup Scan World übernommen. Die kombinierte Kompetenz im Bereich Erdbeobachtung soll auch die Überwachung von Kohlenstoff, Energie und Pflanzengesundheit aus dem All ermöglichen. All das sind Aspekte, die für das sogenannte Smart Farming eine Rolle spielen.

Beteiligt an dem Projekt sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik EMI aus Freiburg, aus dem Constellr sich einst ausgegründet hat.

Bereits in zwei Jahren will das Unternehmen vier Satelliten ins All bringen, die Daten erheben. Mit ihrer Hilfe könnten auch Wettermodelle präzisiert und Unterstützung beim Katastrophenmanagment geleistet werden. Der Deutsche Bauernverband bekundete ebenfalls bereits Interesse an der Technologie.

via Constellr

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Reference-www.trendsderzukunft.de

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