So stark hinken die Bundesländer beim Ausbau der Windkraft hinterher

In ihrem Koalitionsvertrag haben die Parteien der Ampel-Koalition ein eindeutiges Ziel festgehalten: Zwei Prozent der Landesfläche sollen für Windräder freigegeben werden. Der Hintergrund ist klar: Nur so kann der Ökostromanteil massiv erhöht werden, was unabdingbar in Sachen Klimaschutz ist. Doch Ziele zu formulieren alleine reicht noch nicht aus. Vielmehr müssen auch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung getroffen werden. Hier wird dann schon die erste Schwierigkeit deutlich: Denn ausgewiesen werden müssen die entsprechenden Flächen von den Bundesländern. Doch die meisten Länder hinken hier der Zielvorgabe noch deutlich hinterher. Dies zeigt eine entsprechende Datenerfassung der Deutschen Presseagentur. Demnach kommen überhaupt nur drei Länder in die Nähe der Zielvorgabe: Schleswig-Holstein, Hessen und das Saarland. Auf der anderen Seite haben Baden-Württemberg mit 0,2 Prozent an ausgewiesenen Flächen und Sachsen mit 0,3 Prozent noch erheblichen Nachholbedarf.

Abstandsregeln erschweren den Bau von Windrädern

Bei solchen Zahlen dürfte es nicht verwundern, dass auch die Zahl der neu installierten Windräder deutlich hinter den Zielvorgaben liegt. Zumindest in einigen Fällen scheint nun aber ein Umdenken einzusetzen. So gab es in Bayern lange Zeit extrem strenge Regeln, was den Abstand zwischen Windrädern und Wohnhäusern angeht. Dies hatte zur Folge, dass in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahrs nur magere sechs neue Windkraftanlagen genehmigt werden konnten. So ist die Energiewende aber natürlich nicht zu schaffen. Inzwischen hat der Landtag daher für eine Lockerung gestimmt, wodurch der Bau von 800 neuen Anlagen ermöglicht werden soll. Auch andere Länder haben Initiativen angekündigt, um den Windkraftausbau weiter voranzutreiben. Theoretisch könnte die Bundesregierung die Abstandsregeln der Länder aber auch mithilfe eines Bundesgesetzes außer Kraft setzen. Dies allerdings könnte die Akzeptanz des Ausbaus auf lokaler Ebene gefährden, weshalb Umweltminister Robert Habeck bisher auf Kooperation mit den Ländern setzt.

Bundesland Anteil ausgewiesener Flächen
Schleswig Holstein 2,0 Prozent
Hessen 1,9 Prozent
Saarland 1,82 Prozent
Brandenburg 1,4 Prozent
Nordrhein-Westfalen 1,2 Prozent
Sachsen-Anhalt 1,08 Prozent
Rheinland-Pfalz 1,01 Prozent
Bremen 1,0 Prozent
Bayern 0,69 Prozent
Thüringen 0,4 Prozent
Hamburg 0,23 Prozent
Sachsen 0,3 Prozent
Hamburg 0,23 Prozent
Baden-Württemberg 0,2 Prozent
Berlin N/A
Niedersachsen N/A

Fachkräfte werden dringend benötigt

Sollten jetzt allerdings tatsächlich massiv neue Flächen ausgewiesen werden, könnte bereits das nächste Problem in den Fokus rücken. Denn die Windräder müssen natürlich auch gebaut werden. Aktuell mangelt es in der Branche aber an den dafür benötigten Fachkräften. Dies hat auch mit den Sünden der Vergangenheit zu tun. Denn weil in den letzten Jahren immer weniger Windräder gebaut wurden, haben die Firmen auch ihre Kapazitäten reduziert. Diese können nun nicht so einfach wieder aufgebaut werden. Auch hier ist nun aber die Politik am Zug. Denn sie muss deutlich machen, dass der Ausbau auch wie geplant umgesetzt wird und den Unternehmen so Planungssicherheit verschaffen. Andernfalls dürften die ambitionierten Pläne der Bundesregierung in Sachen Ökostrom nicht zu erreichen sein. Diese sehen vor den Anteil der nachhaltigen Stromversorgung bis zum Jahr 2030 auf achtzig Prozent zu steigern. Aktuell liegt dieser Wert bei lediglich 42 Prozent.

Via: Tagesschau

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Reference-www.trendsderzukunft.de

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